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"Jetzt sind wir eine richtige Mannschaft"

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Verkehrte Fußballwelt für einen Tag: Einmal im Jahr reisen nicht die Fans zu ihren Spielern ins Stadion, sondern die Spieler zu ihren Anhängern. Beim großen Fanclub-Treffen des Hamburger SV am vergangenen Sonntag verschlug es zwei Bundesliga-Profis nach Reppenstedt: Gojko Kacar und Tolgay Arslan. Unser Blogger Hucky konnte leider nicht dabei sein, dafür aber LZsport-Mitarbeiter Frank Lübberstedt.

Rund 800 Fanclubs hat der HSV weltweit. Eine kleine Auswahl kam in den Genuss eines Besuchs. So reiste Dennis Aogo nach Frankfurt, Jaroslav Drobny und Slobodan Rajkovic nach Sachsen, Sportdirektor Frank Arnesen nach Flensburg, um sich mit dänischen HSV-Fans zu treffen. Und Kacar und Arslan landeten in der Reppenstedter Gaststätte "Zur Eule“, um die "Rauten-Fans Reppenstedt" und die "HSV City Boys Lüneburg" zu beglücken.

Die Fragen an die Profis dürften überall ähnlich gewesen sein: Ist Thorsten Fink tatsächlich besser als die vielen Kurzzeit-Trainer zuvor? Hat der HSV endlich wieder eine echte Mannschaft auf dem Platz? Und wann holen die Erben von Seeler und Hrubesch mal wieder einen Titel?

In entspannter Hobbykeller-Atmosphäre plauderten Kacar (24) und Arslan (21) mit rund 50 Fans. Der Serbe ist Stammspieler, der Deutsch-Türke will das noch werden. Während Kacar unter Fink auf der Sechser-Position gesetzt ist, kuriert Arslan immer noch eine Knöchelverletzung vom Saisonbeginn aus. Danach will er angreifen: "Ich werde mich durchsetzen", ist der offensive Mittelfeldspieler überzeugt. 2009 kam er von Borussia Dortmunds A-Jugend, in der er als äußerst torgefährlicher Techniker geglänzt hatte, zum HSV.

Ausgerechnet in Dortmund setzte danach der Höhenflug mit jungen Spielern ein. Seinen Wechsel habe er trotzdem nicht bereut, beteuert er. Einen ähnlich erfolgreichen Kurs mit jungen Talenten wie in Dortmund erhofft sich Arslan auch in Hamburg, denn für die verjüngte Mannschaft sei Fink genau der richtige Trainer. Dagegen sei Armin Veh ein Trainer gewesen, "der nicht so auf mich stand“. Folgerichtig wurde Arslan 2010 zum Zweitligisten Aachen ausgeliehen, wo er 31 Spiele bestritt und sechs Tore schoss.

Dagegen hat sich Kacar bereits als Bundesligaspieler etabliert, glänzte in Hamburg allerdings noch weit seltener als in seinen zwei Jahren bei Hertha BSC. "Ich war oft verletzt oder wurde als Innenverteidiger aufgestellt“, sagt er. "Aber als Sechser finde ich jetzt meine alte Form wieder.“ Und damit vielleicht auch wieder mehr Torgefährlichkeit, die ihn zu Berliner Zeiten auszeichnete. Die Probleme des HSV in den vergangenen Jahren verglich er mit denen in der serbischen Nationalmannschaft: "Dort haben wir auch viele Topspieler, die bei großen Vereine wie Inter Mailand und Manchester United spielen. Wir wollen immer alles geben, aber es klappt nicht.“

Nun aber sei der Klub auf dem richtigen Weg. "Schade, dass der neue Trainer nicht schon früher gekommen ist. Sonst hätten wir höhere Ziele in Angriff nehmen können“, sagt Kacar. "Jetzt sind wir eine richtige Mannschaft.“ Und er machte den Fans zumindest eine zarte Hoffnung auf einen Titel: "Wir werden alles geben, um den DFB-Pokal zu gewinnen.“

Nach der Plauderrunde erfüllte das HSV-Duo alle Autogramm- und Fotowünsche. Und hinterließ bei seiner Abreise glückliche Fans. Thorsten Kriszio von den City Boys: "Ein tolles Erlebnis für uns. Und die beiden Jungs sind sehr sympathisch.“
=> Huckys HSV "Jetzt sind wir eine richtige Mannschaft"