LZsport.de

das lokale sportportal für die region lüneburg

  • Full Screen
  • Wide Screen
  • Narrow Screen
  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Ein Mann der Taten, nicht der Worte: Bahne Rabe

E-Mail Drucken

Die Nachricht löste Entsetzen und Fassungslosigkeit aus: Bahne Rabe, aus Lüneburg stammender Ruder-Olympiasieger mit dem Deutschland-Achter 1988 in Seoul, ist am 5. August 2001, zwei Tage vor seinem 38. Geburtstag, im Uni-Klinikum Kiel an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Lüneburg trauerte um seinen erfolgreichsten Sportler aller Zeiten.

 



Der 25. September 1988 war der größte Tag in der sportlichen Laufbahn des Bahne Rabe: An diesem Tag führte er den Deutschland-Achter als Schlagmann zu Olympia-Gold in Seoul. Hinzu kamen Bronze bei Olympia 1992 in Barcelona, ein Weltmeistertitel im Vierer ohne Steuermann 1991, dazu ungezählte internationale und nationale Titel und Platzierungen.

Bahne Rabe war ein deutsches Ruder-Idol, "meiner Meinung nach zu seiner Zeit der beste Ruderer der Welt", sagt Professor Wolfgang Maennig, bis April 2001 Vorsitzender des Deutschen Ruder-Verbandes (DRV) und Mannschaftskamerad Rabes im Gold-Achter von Seoul. "Er war ein absolut austrainierter Athlet. Er hätte alle Bootsklassen gewinnen können", so Maennig weiter.

Die Karriere von Bahne Rabe begann 1978, im Alter von 15 Jahren beim RC Wiking Lüneburg. "Er war ein sehr stiller, fast in sich gekehrter Mensch. Wenn er ein Ziel vor Augen hatte, hat er alles daran gesetzt, das zu erreichen. Es ist einfach unfassbar", sagt der ehemalige Wiking-Vorsitzende Dr. Arnold Blumenbach, der Rabe schon als Jugendlicher kannte.

"Bahne hatte einen unglaublichen Siegeswillen. Er wollte immer der Beste sein", erinnert sich Matthias Wöhnke. Er war Partner von Rabe im Zweier ohne Steuermann. Die beiden bildeten ein sehr erfolgreiches Duo, holten 1983 bei der Nachwuchs-EM in Italien den Titel.

Bahne Rabe wollte nicht nur der Beste sein, er war es auch. 1984, nach dem Abitur, ging er zur Sportförderkompanie der Bundeswehr nach Essen. Schnell wurde man im DRV-Leistungszentrum Dortmund auf den Hünen aus Lüneburg aufmerksam. 1986 gehörte er schließlich zur Crew des Deutschland-Achters von Bundestrainer Ralf Holtmeyer. Auch der bezeichnete ihn damals voller Hochachtung als "einen der stärksten Ruderer weltweit".

Trainingsfleiß, unbändige Kraft, Willensstärke, Härte gegen sich selbst und glänzende körperliche Voraussetzungen mit 2,03 m Größe und zu Glanzzeiten 95 Kilo Körpergewicht - das hat Bahne Rabe nach oben gebracht. Bei allen Erfolgen war er immer ein Mann großer Taten, nie großer Worte. "Er hat aus seinen Siegen nie irgendein Brimborium gemacht", sagt Wolfgang Maennig und ergänzt: "Er war immer sehr ruhig, hat nie Streit in die Mannschaft gebracht. Und wenn er sich mal geäußert hat, hat er immer ausgleichend gewirkt. Ohne Bahne, der Technik und Kraft wie kaum ein anderer Ruderer vereinigte, wären wir damals nie Olympiasieger geworden."

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

=> Hall of Fame Ein Mann der Taten, nicht der Worte: Bahne Rabe