Fast wäre er so etwas wie der Franz Beckenbauer des Faustballs geworden: Der "Kaiser" hat die außergewöhnliche Leistung vollbracht, als Spieler und Trainer Weltmeister zu werden. Udo Schulz hat diesen außergewöhnlichen Doppeltriumph nur um Haaresbreite verpasst.
Als Spieler wurde er Weltmeister, dreimal sogar. Und als Bundestrainer wurde er Vizeweltmeister. Das war bei der letzten WM 2003 in Brasilien. Diesmal kann er die WM entspannt als Zuschauer verfolgen.
Beim TSV Bardowick fing Schulz' Karriere an. Lange blieb sein Talent dort nicht verborgen. Im Jahr 1982 bestritt er sein erstes von fünf Jugendländerspielen. In den folgenden drei Jahren kamen im Juniorenbereich 22 Länderspiele hinzu. 1986 folgte der Wechsel zum TSV Hagen 1860, einem der stärksten deutschen Teams. Mehrere deutsche Meistertitel und Europapokalsiege heimste Schulz mit seiner Mannschaft ein.
Auch als Nationalspieler ließ er keinen Titel aus. Nach 74 Länderspielen im Männerbereich standen drei Triumphe bei Weltmeisterschaften (1986 in Argentinien, 1990 in Österreich, 1992 in Chile), zwei bei Europameisterschaften und eine weitere Goldmedaille bei den World Games zu Buche.
Ebenso konsequent wie als Spieler ging er dann auch als Trainer seinen Weg. Vier Jahre lang, von 1996 bis 2000, war er Junioren-Bundestrainer, ehe er die Nationalmannschaft der Männer übernahm - nach Heinz Lux Ende der Achtziger bereits der zweite Bardowicker in diesem Amt. Und der Start war mal wieder mit Gold verziert: Bei Schulz' Trainerdebüt bei der EM 2000 holte die deutsche Mannschaft den Titel.
Es folgte ein dritter Platz bei den World Games 2001 und jeweils zweite Plätze bei der nächsten EM sowie bei der WM 2003 in Brasilien - für Udo Schulz das letzte große Turnier, ehe er im Jahr 2005 das Amt an den neuen Bundestrainer Olaf Neuenfeld übergab.
Der Hauptgrund für seinen Rückzug vom Job des Bundestrainers: Schulz, der heute in Hannover lebt und seit vielen Jahren beim Niedersächsischen Behinderten-Sportverband arbeitet, wollte seiner Familie mehr Zeit widmen. Vom Faustball hat er sich damit aber ganz und gar nicht verabschiedet. Auch seine Töchter Maike und Karen sind längst der Sportart verfallen. Und jede Menge Talent dürften sie haben - schließlich trug auch Udo Schulz' Frau Susanne jahrelang das Faustball-Nationaltrikot.









