LZsport.de

das lokale sportportal für die region lüneburg

  • Full Screen
  • Wide Screen
  • Narrow Screen
  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Aus der Heide in die Emirate: Rainer Zobel

E-Mail Drucken

Immer wieder kehrt Rainer Zobel in alter Verbundenheit mit dem LSK gerne nach Lüneburg zurück, wo er einst seine erfolgreiche Fußballerkarriere ausklingen ließ, in der Saison 1986/87 zudem noch erste Trainer-Meriten erwarb. Noch lieber macht er aber Abstecher in den nahen und mittleren Osten: Zuletzt war der 58-Jährige Trainer des Klubs ENPPI Kairo in Ägypten.

 

Wieso sich in Deutschland als Trainer rumquälen, wenn's auch einfacher geht. "Die Emirate sind das angenehmste Land", begründete Zobel im vorigen Jahr sein neuerliches Engagement im märchenhaften und ölgetränkten Staat am Golf, wo er kurzzeitig den Klub Al-Sharjah übernommen hatte. Nach den vorangegangenen - mit drei Meistertiteln gekrönten - Stationen Al Ahly Kairo, Bani Yas Abu Dhabi, Ittehad Alexandria und Persepolis Teheran erkläre sich seine Verpflichtung einfach: "In der arabischen Fußball-Welt habe ich einen guten Namen."

"Ein eigenes Ölfeld habe ich nicht", sagte Zobel damals verschmitzt, doch man kann davon ausgehen, dass sein ursprünglich bis zum Sommer 2007 datierter Vertrag "angenehm" dotiert war. Schließlich wird im Emirat Dubai, der Klub Al-Sharjah ist rund zehn Kilometer von der Metropole entfernt beheimatet, nicht nur fleißig Öl gefördert, es ist auch einer der größten Gold-Umschlagsplätze der Welt.

Zur Saison 2006/2007 heuerte Zobel dann in Ägypten bei ENPPI, 2006 Finalist der arabischen Champions-League, an. Sein Co-Trainer: Hani Ramzi. Der Ex-Profi von Werder Bremen und 1. FC Kaiserslautern hat Zobel mittlerweile als Chefcoach des Klubs aus Kairo beerbt. Die Hoffnung auf ein Engagement in der Bundesliga hat er mittlerweile aufgegeben: "Wenn man einige Jahre raus war, fährt man auf dem deutschen Trainer-Karussell nicht mehr mit."

Geboren wurde Zobel in Wrestedt bei Uelzen, mit seiner Familie lebt er heute in Braunschweig, wenn er nicht gerade ein Traineramt irgendwo in der Welt ausübt. Als Spieler hat er im Vereinsfußball alles erreicht, was man erreichen kann: Von Hannover 96, wo er 1968 seine Profikarriere begann, wechselte er 1970 zum FC Bayern. Mit den Münchnern wurde er bis 1976 Deutscher Pokalsieger, dreimal Deutscher Meister und dreimal in Folge Europapokalsieger der Landesmeister.

Unvergessen auch seine Zeit beim Lüneburger SK, wo er seine Karriere bis 1982 ausklingen ließ. 1980 führte er die Wilschenbrucher in die Oberliga Nord - legendär die Aufstiegsrunde gegen den VfR Neumünster. 1986 begann er dann beim LSK seine Trainerlaufbahn, ehe er Proficoach bei Eintracht Braunschweig, 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Nürnberg und Tennis Borussia Berlin wurde. Anfang des Jahrtausends kehrte er noch einmal nach Deutschland,  zu den Stuttgarter Kickers, zurück - seitdem zieht es ihn immer wieder nach Arabien.

=> Hall of Fame Aus der Heide in die Emirate: Rainer Zobel