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Kilometerfresser nicht nur auf dem Eis: Marcus Krützfeldt

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Der Mann kennt die A1 zwischen Hamburg und Lübeck wie kein Zweiter. Fünf Jahre lang ist Marcus Krützfeldt, der im Landkreis Lüneburg wohnt und in Hamburg einen kleinen Baumarkt betreibt, nach Timmendorf gependelt - 25.000 Kilometer pro Saison. In Timmendorf spielte Krützfeldt, Jahrgang 1971, beim EHC. Bis zum 24. März 2007: Beim 15:0 gegen FASS Berlin 1b bestritt er das letzte Spiel seiner Karriere, die ihn auch nach Adendorf führte.

 

Krützfeldt tritt als Meister ab. "Das ist schon toll", sagt der Verteidiger. Um ihrem Kapitän einen würdigen Abschied zu bereiten, haben die Beach Boys für das letzten Spiel extra das Heimrecht getauscht. "Ich hatte darum gebeten, keinen monströsen Abschied zu kriegen. Aber es scheinen eine Million Leute was geplant zu haben", so Krützfeldt, , Spitzname: "Mopsi".

"Als ich mit zwölf Jahren keine Lust mehr auf Fußball hatte und zum Eishockey wechselte, war ich noch etwas moppelig. Daher der Spitzname", erklärt der 35-Jährige, der es mit den Corocodiles Hamburg bis in die 2. Liga schaffte, dort mit ehemaligen Stanley-Cup-Siegern wie Maurice Lemay und Phil Bourque auf dem Eis stand.

Bei den Crocodiles wurde es ihm aber "zu professionell". Krützfeldt mag es lieber familiär. In dieser Hinsicht "war Timmendorf genau die richtige Entscheidung. Da ist das Umfeld so, wie ich es mir vorstelle, dort habe ich die besten Freunde gefunden", sagt Krützfeldt.

Mit Freundin Bianca baut er gerade ein Haus in Adendorf. Beim AEC hat er schon einmal eine Jugendmannschaft trainiert. Eine Rückkehr läge nahe, zumal "ich auf jeden Fall weiter etwas mit Eishockey zu tun haben möchte". Adendorf ist aber nicht die einzige Perspektive. Derzeit laufen Gespräche mit den Hamburg Freezers, die unter ihrem Dach eine Art Fördertraining für norddeutsche Eishockeytalente anbieten wollen. Hoffnungen kann sich der AEC trotzdem machen: Die Freezers sind schließlich ein sehr professioneller Klub...

Krützfeldts Spielerstationen:

1982 - 1992: Hamburger SV
1992 - 1994: TSV Adendorf
1994 - 1996: Hamburger SV
1996 - 2001: Crocodiles Hamburg
2001 - 2002: Adendorfer EC
2002 - 2007: EHC Timmendorf

Seine wichtigsten Trainer:

Jörn Spillecke: "Er war mein erster Trainer beim HSV, hat mir zur Sportlichkeit getrieben. Ich kam vom Fußball, war klein und rundlich. Er meinte, ich müsste beweglicher werden und hat mir einen Trainingsplan für den Sommer gegeben, den ich auch voll durchgezogen habe - mit zwölf."

Jeff Pyle: "Er war mein Coach in Adendorf in der Saison 93/94. Ein Kumpeltyp, aber bei ihm habe ich viel taktisches Verständnis gelernt."

Bob Burns: "Ganz klar einer meiner besten Trainer, auch wenn ihn alle hassen. Er war mein Coach in der Zweitligasaison bei den Crocodiles. So fit, wie in dem Jahr, war ich mein Leben lang nicht mehr. Bob war Drillsergeant in der US-Army gewesen und so hat er uns auch trainiert. Aber er hat sich auch mit mir beschäftigt, obwohl ich eher wenig Eiszeit hatte."

Henry Thom: "Mein aktueller Coach in Timmendorf. Er stand bis vor kurzem selber noch auf dem Eis, weiß daher, was die Spieler sich wünschen. Er hat zu allen einen guten Draht, zu den jungen Spielern genau wie zu denen, die älter sind als er selbst. Und er ist ein Riesen-Motivator. Was er manchmal vor dem Spiel in der Kabine veranstaltet: So was habe ich noch nie gelebt."

Seine liebsten Mitspieler:
Earl Spry: "Mit ihm habe ich bei den Crocos in der dritten Verteidigungsreihe gespielt. Bob Burns hat ihn mir als Mentor an die Seite gestellt. Mittlerweile ist er Golflehrer,."

Marc Mahone: "Mein Kapitän in den vier Jahren bei den Crocodiles. Er hat sich damals immer auch für mich stark gemacht und nicht nur für die Topstars im Team. Ich habe ihn schon zweimal in Kanada besucht."

Mario Gehrig: "Er war Nationalspieler, zweimal Deutscher Meister mit den Adler Mannheim. Er kam zu den Crocodiles und dachte bis kurz vor Ende der Saison, ich sei der Rookie im Team, weil ich nie so viel geredet und die Schläger zum Bus getragen habe. Als er mich dann mal gefragt hat, stellte er fest, dass er nur einen Monat älter ist als ich. Seitdem sind wir die besten Freunde."

Korbinian Witting: "Mein absolut bester Freund im Eishockey und auch einer der Gründe, warum ich so lange in Timmendorf geblieben bin. Er ist zwar zehn Jahre jünger als ich, aber uns verbindet eine richtig enge Männerfreundschaft - ich denke, das wird auch bis in alle Ewigkeit so bleiben."


Seine wichtigsten Spiele:


"Der Hammer war, in der 2. Liga mit den Crocodiles bei der Düsseldorfer EG vor 8000 Zuschauern im legendären Stadion an der Brehmstraße zu spielen. Der Hintergrund ist: Zu Adendorfer Zeiten bin ich mit einem Mitspieler namens Christoph Brehm immer von Hamburg aus zum Training gependelt. Wir haben uns auf der Fahrt immer unsere Eishockey-Träume ausgemalt. Einer davon war, einmal an der Brehmstraße zu spielen, woraus dann der Running-Gag wurde, einmal bei Brehm in der Straße zu spielen. Jedenfalls: In dem Spiel in Düsseldorf gelang mir ein Check gegen den Russen Viktor Gordiouk, dass mich Bob Burns auf der Bank voll gefeiert hat. Er hat mir immer wieder auf sie Schulter geklopft und gebrüllt: 'Geiler Check!'"

"Mit dem HSV haben wir mit unserer ganz jungen Truppe mal bei den Frankfurt Lions gespielt. Die hatten einige Topstars in ihren Reihen und haben uns total unterschätzt. Wir haben zwar 2:9 verloren aber das erste Drittel haben wir 2:1 gewonnen. Ich habe das 2:1 geschossen. Ausschnitte von dem Spiel liefen damals im dritten Programm und meine Eltern haben einen Mitschnitt besorgt. Den habe ich immer noch auf Video."

=> Hall of Fame Kilometerfresser nicht nur auf dem Eis: Marcus Krützfeldt