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Der heimliche Deutsche Meister: Olaf Rose

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Das Foto mit der Schale hat Olaf Rose im Arbeitszimmer versteckt. 1988 feierte Werder Bremen den ersten Titel seit Ewigkeiten. Mit Trainer Otto Rehhagel, den Torjägern Karlheinz Riedle und Frank Ordenewitz, mit Thomas Schaaf und Dieter Eilts. Und mit dem damals 18-jährigen Fußball-Vertragsamateur Rose, der in der hinteren Reihe rechts genauso glücklich in die Kamera strahlt wie die Profis, obwohl er keine einzige Minute in der Bundesliga gespielt hatte. "Naja, ich bin genauso deutscher Meister wie Günter Hermann Weltmeister ist", sagt Rose.

 

Er hält das Mannschaftsbild in seinem Haus in Bienenbüttel aber genauso in Ehren wie ähnliche Fotos aus seiner Zeit beim damaligen Zweitligisten Eintracht Braunschweig, für den der gebürtige Uelzener 68 Mal auflief und neun Tore schoss. Es folgten die Stationen Stahl Brandenburg, SV Lurup, ein Jahrzehnt beim Lüneburger SK, fünfeinhalb Jahre TSV Bienenbüttel. Und jetzt, mit 42 Jahren, soll Rose beim Bezirksligisten VfL Lüneburg als Libero die Defensive stärken. "Du alter Sack, warum spielst du noch?", durfte er sich fragen lassen. Seine Antwort: "Ich lasse es mir nicht verbieten."

Seine Frau Tanja weiß: "Olaf hört erst auf, wenn er den Kopf unterm Arm trägt." Die Aufgabenverteilung im Hause Rose wird schnell klar. Olaf ist der ruhende Pol, "aber meine drei Frauen halten mich auf Trab" - Tanja sowie die Töchter Mariessa (13) und Rosanja (6). "Er spielt alles immer durch, muss alles strukturieren und analysieren. Im Leben, beim Fußball und bei der Arbeit", sagt seine Frau. Um grinsend anzufügen: "Ich mache es einfach." So erklärt es sich auch, dass der gelernte Schaufensterdekorateur Rose 13 Jahre lang als Versicherungsfachmann selbstständig war, vor zwei Jahren aber bei einer Krankenkasse als Angestellter begann. Am Weißen Turm, in Sichtweite des VfL-Geländes. Und da er VfL-Manager Matthias Merz auch aus der Versicherungsbranche kennt, ging der Wechsel schnell über die Bühne.

Merz trainiert nebenbei das Altherrenteam der Lüneburger, das bei den Landesmeisterschaften vorn dabei sein will. Das gefällt Rose: "Ich bin viel zu ehrgeizig. Wenn ich schon weiter Fußball spiele, dann will ich auch Titel holen." Diese professionelle Einstellung, die er bei vielen der jüngeren Spieler vermisst, hat er zumindest mit seiner Frau Tanja gemeinsam. Sie lehrt Bauchtanz beim TSV Bienenbüttel, tritt auf, bildet sich fort - wenn sie etwas macht, dann aber auch richtig.

Im großen Wohn- und Esszimmer deutet nichts auf den Fußball hin. Rosanja zeigt beim Rundgang aufs Aquarium, dann Richtung Garten, wo ein Teich mit Kois unter den Schneemassen kaum zu erahnen ist: "Und dann haben wir noch zwei Kaninchen, einen Mann und eine Frau." Neben dem Eingang zur Küche hängt das Hochzeitsbild der Roses, Tanja hat die damals kleine Mariessa auf dem Arm. Haus und Garten wirken geräumig und gemütlich. Finanziert hat es der Ex-Profi aber nicht mit seinem Fußballergehalt, sondern durch seinen späteren Beruf: "Reichtümer hat man damals in der 2. Liga nicht verdient", betont er.

Nun trainiert und spielt er mit Teamkollegen, die größtenteils noch gar nicht geboren waren, als er schon deutscher Meister war. Coach Uwe Liebig war schon übel aufgestoßen, dass sich viele seiner Mannen nach ein paar Siegen für die Könige hielten. "Die Jungs überschätzen sich gern", bestätigt Rose, der weiß: "Es ist schwierig zu erklären, warum der VfL auf Verjüngung setzt und plötzlich ein 42-Jähriger kommt. Aber ich kann da Stabilität reinbringen." Rose ist auf den Sülzwiesen jedenfalls herzlich aufgenommen worden, fühlt sich wohl und geht hin und wieder mal mit auf Strecke: "Man bleibt durch den Sport halt jung."

Die alten Recken aus der Werder-Zeit hatte er viele Jahre nicht gesehen - bis zu einem gemeinsamen Spielchen, als ihn Eilts, Hermann und Co. sofort wiedererkannten und herzlich begrüßten. Roses Profizeit war nach einigen Verletzungen und einer Knie-Operation schon 1993 beendet. Doch heute bekennt er: "Mit dem Kopf von heute und dem Körper von damals - ich würde es sofort wieder versuchen."

Kommentare 

 
+3 #2 2010-02-08 00:56
Olaf ist ein feiner Kerl und er spricht ein wahres Wort, wenn er die fehlende Professionalitä t anspricht. Denn die kann man auch zeigen, wenn man nicht Profi, sondern Amateur ist (trainieren, vor dem Spiel nicht bis in die Nacht weggehen und vielleicht sogar noch saufen). Diese Selbstüberschät zung der jungen Dachse nervt einfach nur noch.
 
 
-2 #1 2010-02-07 20:51
genau,weil beim vfl ja auf der libero position eine verstärkung
her muste!! :D
 
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