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Halbzeitbilanz II: Es ist doch nur ein Spiel

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Es hat wahrlich schon aufregendere Jahre im Lüneburger Fußball gegeben. Der LSK kann nicht aus der Oberliga absteigen und praktisch auch nicht mehr aufsteigen. Eintracht und MTV Treubund sind Tabellennachbarn im Niemandsland der Landesliga. Was soll da noch passieren? Eine ganze Menge - wenn man nicht nur auf die Tabellen blickt, sondern auch auf die Aussichten über das Saisonende hinaus.

Fußball ist doch eigentlich nur ein Spiel. Aber wie nervös es derzeit beim LSK und MTV zugeht, verrät zum Beispiel ein Blick auf die A-Junioren-Teams in der Niedersachsenliga. Wer seit Beginn der vergangenen Serie seiner Mannschaft treu geblieben ist (und das sind nicht viele), hat seitdem jeweils drei Trainerwechsel sowie unzählige Zu- und Abgänge erlebt. LSK wie MTV schweben trotzdem in großer Abstiegsgefahr. Bei den Turnern betont man, dass man auf Dauer nur in der Landesliga bestehen kann, wenn ein entsprechender Unterbau existiert. Die Wilschenbrucher sind existenziell auf einen starken Nachwuchs angewiesen. Wessen A-Jugend absteigt, der bekommt ein großes Problem.

Die Eintracht fiel vor allem dadurch auf, dass sie innerhalb einer einzigen Saison gleich drei Proficlubs auf der Hasenburg begrüßt. Der Alltag zwischen St. Pauli, Wolfsburg und Werder ist ungleich trister. Auch wenn die Erwartungen ungleich niedriger sind als vor einem Jahr, auch wenn es zahlreiche Verletzte gab und gibt -- zu Beginn des Jahres schien die Eintracht dem Double entgegenzusteuern, brach ein, verspielte Titel und Pokal. Und sie hat bis heute noch nicht wieder die Kurve gekriegt. Dass sie punktgleich mit dem Neuling MTV dasteht, verspricht zumindest viel Spannung in der Frage, wer denn aktuell die Nummer 2 im Lüneburger Fußball ist.

Beim LSK wird es im Frühjahr aufregend. Viele reden von einer Aufbruchstimmung, erstmals seit Jahren gibt es sogar einen Trikotsponsor - aber wie sehen die Zahlen konkret aus? Die Hosen werden auf der Mitgliederversammlung im März heruntergelassen. Dann kann und muss man im günstigen Fall darüber reden, ob eine Bewerbung für die Regionalliga sinnvoll ist. Es ist eine Zwickmühle: Die Oberliga light ab 2012 wird sportlich längst nicht mehr so reizvoll sein, wenn sich die Top 5 nach oben verabschieden. Noch aber wäre es wirtschaftlich gesehen Wahnsinn, wenn der LSK von einer Zukunft in der Regionalliga träumen würde. Immer dran denken: Emden und Nordhorn haben derzeit so massive Probleme, weil mehr von sportlichen Höhenflügen geträumt als gerechnet wurde.

Insgesamt gilt aber auch 2011 das Fazit: Lüneburg hat zu wenige gute Fußballer und auch zu wenige Gönner, um sich wirklich drei leistungsorientierte Vereine leisten zu können. Dass LSK, MTV und Eintracht aber irgendwie zusammenarbeiten, ist derzeit schwerer vorstellbar als die Berufung von Lothar Matthäus zum Bundestrainer. Müssen sich die Fans weiter auf Fußball in der Grauzone einstellen? In einem halben Jahr werden wir alle vielleicht ein bisschen schlauer sein.

Andreas Safft

Am Donnerstag geht es mit der Bezirksliga-Bilanz weiter
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