Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer ist der Stärkste im ganzen Land(kreis)? Keine Ahnung. Bisher liefert die Fußball-Kreisliga keine Antwort darauf, wer in dieser Saison das Zeug zur Meisterschaft hat. Dass diesmal niemand die Liga dominiert, ruft bereits die chronischen Sportplatz-Lästermäuler auf den Plan: Wer auch immer aufsteigt, wird in der Bezirksliga keine Sonne sehen, unken sie.
Zumindest zwei Konkurrenten waren vorübergehend besser: Der Dahlenburger SK büßte seinen Vorsprung aber vor allem wegen seiner schlechten Chancenverwertung ein, der TuS Barendorf wurde wegen seiner Defensivprobleme wieder eingefangen. Durchschnittlich zwei Gegentore pro Spiel sind viel zu viel für eine Spitzenmannschaft.
Ein großes Problem verbindet die vorderen Mannschaften: Sie alle haben zwar eine solide erste Elf, aber danach wird es eng. Wenn mehrere Stammspieler gleichzeitig ausfallen, kommt der Einbruch. So gesehen beim TuS Barendorf und beim TuS Erbstorf in der Endphase vor der Winterpause.
Doch genau die mangelnde Konstanz aller Teams macht in dieser Saison den Reiz aus. Kaum ein Spieltag vergeht ohne überraschende Ergebnisse. Und mit dem Abpfiff zur Winterpause ist das Feld unglaublich eng zusammengerückt. Ein Pünktchen trennt Tabellenführer Soderstorf vom Vierten TSV Bardowick, der eigentlich schon weg vom Fenster schien. Grandiose Aussichten also für eine spannende Rückrunde.
Und auch im Abstiegskampf ist alles offen. Sehr ordentlich verkauft haben sich bisher die Aufsteiger Ochtmisser SV und TSV Mechtersen/Vögelsen, der als klarer Abstiegskandidat gehandelt wurde, aber immer über dem Strich stand. Ebenso überraschende wie drastische Abstürze erlebten der Thomasburger SV und der TuS Hohnstorf. Thomasburg leistete sich nach seiner Niederlagenserie später auch noch den Nichtantritt in Neuhaus. Hohnstorf ging zumindest mit einem Sieg am letzten Spieltag in die Winterpause und scheint genug Teamgeist und Willen zu haben, um den Abstieg zu verhindern.
Die Teams aus dem Tabellenmittelfeld wie Wendisch Evern, Neuhaus und Bleckede sind stark genug, um den Favoriten auch in der Rückrunde das Leben schwer zu machen. Oder sie starten sogar eine Siegesserie, um doch noch oben anzugreifen. Bardowick hat vorgemacht, wie man wieder ins Geschäft kommt.
Wer am Ende der Stärkste im Landkreis ist? Keine Ahnung. Das ist ja das Gute.
Frank Lübberstedt










